WENN DIE GEGENWART AUF DIE VERGANGENHEIT TRIFFT: HADJAR UND GASLY BEIM GRAND PRIX DE FRANCE HISTORIQUE
© Grégoire Truchet / Liam Fabre

WENN DIE GEGENWART AUF DIE VERGANGENHEIT TRIFFT: HADJAR UND GASLY BEIM GRAND PRIX DE FRANCE HISTORIQUE

11. MAI 2026

Der Circuit Paul Ricard braucht nicht viel, um sich wie ein Grand-Prix-Wochenende anzufühlen. Ergänzen Sie über 200 historische Rennwagen, zwei aktuelle Formel-1-Piloten und die Art von Motoren, die man seit Jahrzehnten nicht mehr im Vollgasrausch gehört hat — und das Ergebnis ist etwas völlig anderes.

Vom 8. bis 10. Mai brachte der KENNOL Grand Prix de France Historique 2026 Le Castellet auf die Weise zurück zum Leben, wie es nur dieses Event kann. Mehr als 60 Formel-1-Autos von den 1970er- bis in die 2010er-Jahre nahmen über das dreitägige Wochenende hinweg Kurs auf die Strecke, flankiert von Endurance-Prototypen und klassischen Single-Seatern — eine seltene und unverfälschte Hommage an die bewegteste Epoche des Motorsports.

Zwei Fahrer der aktuellen Formel-1-Generation waren dabei. Am Samstag stieg Isack Hadjar in den Red Bull RB7 — das Auto, das Sebastian Vettel 2011 zum Weltmeister machte — für einen Demonstrationslauf, der zu den lautesten Reaktionen des Wochenendes führte. Der Kontrast war beeindruckend: Ein Sieger eines F1-Rennens von 2026 am Steuer einer Maschine aus einer völlig anderen technischen Ära — und dennoch ebenso souverän im Handling.

Am Sonntag war dann Pierre Gaslys Reihe. Der Alpine-Pilot fuhr den Renault RS10, ein Auto, das in der Geschichte der Formel 1 eine besondere Bedeutung trägt. 1979 wurde der RS10 zum ersten turbogeladenen Auto, das jemals einen Formel-1-Grand-Prix gewann — ein Ergebnis, das die technische Entwicklung des Sports nachhaltig in eine neue Richtung lenkte. Diesen Wagen in Paul Ricard zu bewegen — Heimat des Französischen Grand Prix für weite Teile jener Zeit — brachte eine Last mit sich, die keiner Erklärung bedurfte.

Keiner der Runs war ein Rennen. Es gab keine Punkte zu holen, keine Auswirkungen auf die Meisterschaft. Doch da war etwas, das man womöglich als noch wertvoller bezeichnen muss: Zwei aktuelle Fahrer, die die Geschichte des Sports, in dem sie antreten, direkt mit den Fans verbinden — und zwar genau für den Moment, den sie dafür gekommen waren.

Manche Wochenenden zeigen Ihnen, warum Motorsport über die Ergebnisse hinaus Bedeutung hat. Dieses war eines davon.